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Auf Amrum

 

 

(Augenzeugenbericht)

 

 

Anfang August alarmierten anfliegenden Austernfischer* Amrumer Areal.

Amrumbewohner, aber auch Amerikatouristen, achteten angespannt auf außergewöhnlichen Aufruhr am Abendhimmel.

„ Ach!“ - ächtzte ängstliche Apothekenangestellte Annabell Aalglatt – „Austernfischer am Abend! Abscheulich! Alle abschießen!!“

Aber allgemeiner Aufstand anständiger Anwohner animierte Austernfischerliebhaber, arge Agitation abzulehnen.

Auch angriffslustige arabische Allahanhänger ahnten allmählich – Attacke abblasen!

Auf abendrotgetünchten Austernbänken aßen Austernfischer ausgezeichnete Amrumaustern.

 

 

 

 

 

 

 

 

* 1 793 Aexemplare

VIII 06

XXV SEPTEMBER

zuletzt schleppte sich eitelberg auf das dach und sprang in die tiefe
er lebte im siebten stock und unter seiner loggia wuchsen die zwergkiefern
er wollte auf nummer sicher gehen, darum erklomm er die sechs etagen und stürzte sich
auf die betonplatten; genau dort wo siebenhundert bewohner des hauses tagein tagaus
vorbeigehen; einen monat lang trat aus den poren des steines sein blut heraus
und färbte rostrot das grau, zwei handflächen gross.

neunundvierzig tage wollte ich an ihn denken.

manchmal legte ich eine wildrose, zog die mütze ab und blieb eine minute stehen,
doch meistens blieb es nur beim rose werfen und mütze ziehen (szybciej, franek,
szybciej);
einmal wachte ich in der nacht auf, genau um die zeit als er sprang, und fragte mich:
warum?
(ich suchte dann die brahmsplatte aus, weil bei ihm die träne, die von dem auge fällt,
das herz erleichtert); ein paar mal sprach ich für ihn das vaterunser (so wie ich es die ganze kindheit und jugend tat, wenn jemand starb); manchmal meditierte ich am seeufer oder dachte an ihn beim schwimmen; doch es gab auch tage, wo ich eitelberg komplett vergass; es ging schnell – so reisst sich leben von dem tode weg und versucht zu fliehen.
es ging schnell: zuerst verschwand die leiche, dann die polizei, die gaffer und die reporter; reinigungsarbeiter schütteten den sand und kamen drei tage hintereinander mit den besen; keiner legte einen blumenstrauss oder zündete eine kerze – tschüss, erledigt; – eeyyy!!! lasst es liegen... – rief ich einmal so laut wie ich konnte, als irgendwelche idioten meine blume zertreten wollten (sie wurden plötzlich zehn zentimeter kleiner und bogen im rudel brav um die ecke), es war mitternacht und später, viel später, kurz vor dem sonnenaufgang,
flog das reiherpaar mit dem jungen am rostroten himmel dahin.

am siebenunddreissigsten tag fing es zu regnen an; die wolken kamen aus dem westen
und brachten nässe drei tage lang; dann fuhr ich weg auf die insel gepeitscht vom wind
und von zweifeln; doch die ließen bald nach, als ich die wellen umarmte, sanddorn pflückte und schnitt ab den flundern die köpfe; es wurde stiller und stiller; bis die feuerquallen an den strand kamen und tanzten im seichten gewässer; sie waren rostrot;

doch ich ging am fünfzigsten tag
mit undine
in das blau
an ihnen vorbei.

T.J. 2009

 

Tibor Jagielski
Bibliografia

 

Ostry miecz  horyzontu“. Wiersze. MAW*, Warszawa 1980  
Krzyk ryby“. Wiersze*. ZPZ, Szczecin 1983  
Nowe bajki“. Wiersze*. WS, Berlin 1985  
Wojenne rekreacje Mikołajka“. Opowiadanie*. P, Berlin 1986  
ruskie w kabulu albo abecadlo kuchni stanu wojennego“ * TCBK, Berlin 1987  
„Kot z Jowisza“. Wiersze. WS*, Londyn  1988  
Brzydka ksionrzeczka”. Wiersze i rysunki* TCBK, Poznań, 1991  
Kolubryna”. Komedia *. TCBK, Poznań, 1992  
Ciemna i rwąca”. Opowiadania*.. WS, Berlin 1993  
„Hermsdorfer Gedichte“. Wiersze i rysunki WS**, Berlin 1997  
Antarktyda“. Wiersze, instalacje, collage. WS*, Berlin  2001  
Frygijska czapkaFelietony i eseje, WS*, Berlin, 2005  
Never surrender“. Rysunki, collage, instalacje. WS, Ahrenshoop 2006  Cyberbitch“, Nowela. WS*, Berlin 2009

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Objaśnienia:

*          -  po polsku  

**        -  po niemiecku

MAW -  Młodzieżowa Agencja Wydawnicza, Warszawa

P          -  Pogląd, Berlin

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